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Die Ergebnisse der Benchmark-Analyse Covid-19

Geschrieben von EO Executives am 15. Mai 2020



EO Interim hat im April 2020 rund 3.000 Führungskräfte in Deutschland und Österreich befragt, welche betrieblichen Herausforderungen ausgelöst durch die Corona Pandemie für ihr Unternehmen am kritischsten sind.

 

Dabei wurde die Benchmark-Umfrage in vier Bereiche unterteilt:

  • Finanzen & Liquidität

  • Human Resources

  • Operations, Produktion und Supply Chain

  • Digitalisierung & IT-Security.
     


Die Auswertung der Ergebnisse

Bei einem Wertungsbereich von 1 (sehr gut aufgestellt) bis 6 (dringender Handlungsbedarf) kam es zu einer durchschnittlichen Bewertung von 2,80. Folglich ist die durchschnittliche Stimmung gar nicht so negativ, wie man es vielleicht vermuten könnte.

Jedoch sehen 40% der befragten Führungskräfte normalen (Skala 3) bis dringenden (Skala 6) Handlungsbedarf in mindestens einem der genannten Bereich.

Besonders unter Druck stehen dabei die Branchen Metall & Elektronik (3,38), Konsumgüter & FMCG (3,23) sowie Automotive (3,1). Weniger belastet ist hingegen die Pharma & Gesundheits-Branche mit einem Wert von 2,5.

 

Benchmark Covid-19 - Anteil der Bewertungen insgesamt


Die größten Handlungsfelder bestehen aktuell im Bereich der Operations. Hier gaben beeindruckende 70% der befragten Führungskräfte an, die aktuelle Situation für Veränderungen in der Produktion, Fertigung bzw. der Supply Chain zu nutzen. (Produktionsverlagerungen, Werksschließungen oder Portfoliobereinigung)

Im Bereich HR kommt es aufgrund der Mehrzahl an Problemstellungen, hervorgerufen durch die Covid-19-Pandemie, zu einer besonders hohen Be- oder Überlastung. Dabei gaben 34% der Befragten an, dass die vorhandenen Ressourcen nicht für notwendige Herausforderungen ausreichend seien und folglich wichtige Themen nicht rechtzeitig bearbeitet werden könnten.

Daraus lässt sich ableiten, dass viele HR Abteilungen bzw. Verantwortlichen nicht die erforderlichen Kapazitäten für die schiere Anzahl an vorhandenen Aufgabenstellungen zur Verfügung haben. Dies ist besonders bedenklich, da das Human Capital gerade in Krisensituationen besonderer Aufmerksamkeit bedarf.

Während IT-Experten von einer massiven Zunahme der Cyberkriminalität warnen, geben 85% der Befragten an, dass ihre Unternehmen gut gegen eine Cyberkriminalitätswelle gerüstet seien.
 

Beantwortungen der Fragen im Einzelnen


 

 

1. Frage: Ist Ihre Kostenstruktur auf die jetzige Situation angepasst oder müssen Sie Maßnahmen einführen/umsetzen, um kurzfristig Ihre Liquidität zu verbessern? 
28% der Befragten gaben an, dass es zu Schwierigkeiten bei ihrer Liquiditätssicherung kommen kann. Besonders stachen die Branchen Metall & Elektronik mit 75%, Automotive mit 50% und Maschinen- & Anlagenbau mit 40% negativen Antworten hervor.

 

2. Frage: In welchem Maße kann das Thema einer Refinanzierung zur Unterbindung eines kurzfristigen Liquiditätsengpasses in Ihrem Unternehmen relevant werden?
Bei 21% der Befragten kann es aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Lage ausgelöst durch die Covid-19-Pandemie zu Engpässen in der Liquidität kommen, welcher durch eine Refinanzierung entgegengewirkt werden soll. Dabei stachen besonders die Branchen Metall & Elektronik mit 50%, Konsumgüter & FMCG mit 33% und Automotive mit 30% negativen Antworten hervor.

 

3. Frage: Ist Ihre HR-Abteilung für Sonder-Situationen wie die einer Krise fachlich und personell gut aufgestellt oder hat sich gezeigt, dass es Bereiche gibt, die nicht oder nicht passend besetzt sind?
Bei dieser Frage antworteten 25% der Befragten mit einer pessimistischen Antwort. Besonders negativ fielen folgende Branchen auf: Konsumgüter & FMCG mit 66%, Automotive mit 33% und Pharma & Gesundheit mit ebenfalls 33%.

 

4. Frage: Sind durch die aktuelle Belastung Projekte oder operative Themen liegen geblieben und können auch auf absehbare Zeit nicht durch interne Ressourcen abgearbeitet werden?
34% der Befragten gaben an, dass ihre internen Ressourcen nicht für sämtliche Herausforderungen ausreichend seien und folglich wichtige Themen nicht rechtzeitig bearbeitet werden könnten. Die höchsten Tendenzen an negativen Antworten hatten: Konsumgüter & FMCG mit 66% und Automotive, sowie Pharma & Gesundheit mit je 50%.

 

5. Frage: Versuchen Sie momentan das ‚Momentum‘ der Krise für die Zukunft zu nutzen (Verlagerungen, Schließungen; Portfoliobereinigung...)?
70% der befragten Führungskräfte gaben an, dass Sie versuchen, die Krise zu nutzen, um betrieblichen Ballast zu reduzieren. Am deutlichsten fielen dabei die Branchen Automotive mit 80%, Maschinen- & Anlagenbau mit ebenfalls 80%, Metall & Elektronik mit 75% und Konsumgüter & FMCG mit 66% auf.

 

6. Frage: Sind Ihre Lieferketten in der aktuellen Krisensituation stabil und belastbar oder gab es vermehrt Ausfälle oder kommen Ausfälle auf Sie zu?
Die Lieferketten in Gefahr sehen ca. 28% der Befragten. Zu einer Anhäufung kommt es in den Bereichen Konsumgüter & FMCG mit 66% und Automotive mit 50%.

 

7. Frage: IT-Sicherheits-Experten warnen vor einer Cyberkriminalitätswelle ungekannten Ausmaßes. Ist Ihre IT entsprechend aufgestellt bzw. sicher oder gibt es hier Nachholbedarf?
Bei der siebten Frage, ob das Unternehmen für eine Cyberkriminalitätswelle gerüstet sei, gaben 85% der Befragten an, dass Sie zuversichtlich seien, gut für eine solche Herausforderung gewappnet zu sein.

 

8. Frage: Verfügt Ihr Unternehmen über ein „Business-Continuity-Konzept“ (Disaster Operations)? Ist die Business-Continuity im Falle einer Krise sichergestellt und hat Ihr Unternehmen die nötigen Tools und Applikationen (z.B. Kommunikation, Netzwerk, Bandbreite)?
26% der befragten Führungskräfte gaben an, dass es im Falle einer Krise keine vollumfänglichen Konzepte zur Fortführung des betrieblichen Ablaufs gebe. Dabei fielen besonders die Bereiche Maschinen- & Anlagenbau mit 60% und Konsumgüter & FMCG mit 33% negativ auf.

 

Mittelstand am stärksten unter Druck


Insgesamt ergab sich durch unsere Umfrage das Bild, dass der Durchschnitt der Unternehmen besser als erwartet mit den Gefahren der Krise umzugehen weiß. Trotzdem trifft es wie bereits beschrieben, einige Branchen stärker als andere. Eine deutliche Tendenz weg von der Mitte und hin zum Positiven, gab es in zwei bestimmten Größenordnungen von Unternehmen:

Konzerne mit über 10.000 (2,38) und Kleinunternehmen mit zehn oder weniger Mitarbeitern (2,36) fühlen sich eher besser gerüstet als die Vergleichsgruppe. Aus unserer Umfrage geht hervor, dass sich diese beiden Unternehmensgrößen durchschnittlich am besten gegen die durch die Krise hervorgerufenen Herausforderungen gewappnet sehen.

 

 

Fazit


Insgesamt gesehen haben 40% aller Unternehmen einen erhöhten bis massiven Handlungsbedarf in mindestens einem Bereich. Vor allem das Management von mittelständischen Unternehmen steht hier verstärkt unter Druck Resultate zu liefern. Operations / Produktion / Supply Chain und Human Resources sehen sich besonders anspruchsvollen Herausforderungen gegenüber.
 

Über EO Interim


Seit über 20 Jahren und mit mehr als 1.000 Mandaten stellt EO Interim sicher, dass Unternehmen gerade auch in Sondersituationen über das exakt richtige Führungsteam in Bezug auf Erfahrung, Knowhow, Softskills und Manpower verfügen. Auf diese Weise unterstützen wir das bestehende Management die geforderten Ergebnisse zu liefern, Risiken zu minimieren und vorhandene Chancen zu nutzen.

Speziell für die durch die Corona-Pandemie ausgelöste Sondersituationen haben wir sehr flexible und skalierbare Angebote entwickelt, um den Erfolg unserer Kunden sicher zu stellen. Weitere Details finden Sie unter EO Interim - Hochqualifizierte Spezialisten für Sondersituationen und Krisenzeiten.
 

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